UnterrichtsCheck liefert fundierte KI-gestütze Auswertungen deines Unterrichts und bietet Materialien, um Feedback mit Lernenden und im Kollegium gezielt zu reflektieren.
UnterrichtsCheck macht Feedback einfach und wirksam: Mit sechs wissenschaftlich fundierten Fragen – ausgerichtet an den drei Basisdimensionen guten Unterrichts – erhältst du präzise Rückmeldungen zu Classroom Management, Kognitiver Aktivierung und Konstruktiver Unterstützung. Die integrierte KI analysiert die Antworten sofort, erkennt Muster und gibt dir konkrete Impulse für deinen Unterricht. So entsteht Feedback, das nicht belastet, sondern entlastet – sachlich, anonym und sofort nutzbar.
Statt endloser Fragebögen erfassen wir Unterrichtsqualität mit sechs Fragen, wissenschafltlich fundiert mit durch die Basisdimensionen guten Unterrichts.
Du kannst einfach und schnell Feedback einholen – keine Logins, kein Papierkram, keine endlosen Fragebögen.
Eine KI analysiert die Rückmeldungen und gibt konkrete Anregungen für die Verbesserung deines Unterrichts.
Du kannst deine Unterrichtsmaterialien hochladen und die KI analysiert dieses vor dem Hintergrund des Feedbacks deiner Schülerinnen und Schüler und deiner Reflexion.
Überzeugt euch im Video von unserem Tool und unserem Konzept.
Aktuelle Studien zeigen: Lernenden-Feedback gehört zu den wirksamsten Hebeln für besseren Unterricht, doch viele Lehrkräfte werden in der Praxis mit zu vielen Zahlen und unklaren Kommentaren allein gelassen. UnterrichtsCheck setzt genau hier an: Sechs wissenschaftlich geprüfte Fragen, abgeleitet aus den drei Basisdimensionen guten Unterrichts, liefern fokussiertes Feedback zu Classroom Management, Kognitiver Aktivierung und Konstruktiver Unterstützung. Die Anwendung dauert nur zwei Minuten und macht Feedback präzise, vergleichbar und sofort nutzbar.
Gutes Feedback verbessert Unterricht – aber nur, wenn es Teil eines durchdachten Gesamtkonzepts ist. Unsere Kursmaterialien zeigen dir, wie du Unterrichtsfeedback sinnvoll nutzt: im Dialog mit deinen Schülerinnen und Schülern, im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen und als Grundlage gemeinsamer Entwicklungsziele. Gleichzeitig unterstützen wir dich dabei, ein schulweites, nachhaltiges Feedbackkonzept aufzubauen. Unsere Kurse behandeln dabei Themen wie:
Wir zeigen dir mit unseren Kursmaterialien, wie du mit Schülerinnen und Schülern über die Feedbackergebnisse sprechen kannst.
Wir unterstützen dich dabei, dich mit Kolleginnen und Kolleben über guten Unterricht auszutauschen.
Wir unterstützen auch deine Schule, ein ganzeitliches Feedbackkonzept zu etablieren.
Für deinen Unterricht und den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler
Teste unverbindlich zwei KI-generierte UnterrichtsChecks und sieh dir unser Kursmaterial an. Überzeuge dich davon, wie wir gemeinsam mit dir Unterricht besser machen können...
| Plan | Preis | Beschreibung | Button | Funktionen |
|---|---|---|---|---|
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Lehrkräfte Einzellizenz
(Lehrkraft)
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3,99 € / Monat |
Für einzelne Lehrkräfte |
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| Schule Basislizenz | 150 € / Jahr |
Für bis zu 10 Lehrkräfte |
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| Schule Standardlizenz | 399 € / Jahr |
Für bis zu 50 Lehrkräfte |
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| Schule Premiumlizenz | 899 € / Jahr |
Für bis zu 120 Lehrkräfte |
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Hier noch einmal die wichtigsten Fragen zusammengefasst
UnterrichtsCheck ist ein digitales Feedback-Tool, das dir in wenigen Minuten zeigt, wie deine Schülerinnen und Schüler deinen Unterricht wahrnehmen – klar strukturiert nach den drei Basisdimensionen (Klassenführung, konstruktive Unterstützung, kognitive Aktivierung). Du erhältst sofort eine verständliche Analyse und konkrete Hinweise zur Unterrichtsentwicklung.
Weil du damit echtes lernförderliches Feedback erhältst: Rückmeldungen, die dir helfen, Stärken zu erkennen, Entwicklungsfelder sichtbar zu machen und evidenzbasiert an deinem Unterricht zu arbeiten. Die Auswertung ist sofort verfügbar und unterstützt dich dabei, deine Entscheidungen auf objektivere Daten zu stützen.
Die Lernenden nutzen einen Link oder QR-Code. Sie beantworten sechs kurze Items und eine offene Frage. Das Ganze dauert weniger als drei Minuten. Danach erhältst du automatisch deine Auswertung.
Ja. Du musst dich einmal kostenlos registrieren. Du kannst zwei kostenlose Checks durchführen. Danach brauchst du eines unserer Abos – und UnterrichtsCheck bleibt bewusst günstig, damit jede Lehrkraft es unkompliziert nutzen kann.
– Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben. – Keine Namen, keine IDs, keine Accounts. – Alles ist vollständig DSGVO-konform und läuft über Server in Deutschland. – Alle Daten werden nach kurzer Zeit automatisch gelöscht.
Nein. Du kannst es auch in Lerngruppen, Kursen, Projekten oder Vertretungssituationen einsetzen. Jede Lerngröße funktioniert problemlos.
Das kannst du selbst entscheiden. Ideal sind mehrere kurze Feedback-Schleifen über das Schuljahr verteilt. Du kannst nach jeder Stunde Feedback einholen, nach Themenblöcken, vor Zeugniskonferenzen oder als Teil professioneller Lerngemeinschaften. Das Tool ist bewusst so schnell und unkompliziert gebaut, dass regelmäßiges Feedback ohne zusätzlichen Aufwand möglich ist.
Ja – viele Schulen nutzen es für PLGs, pädagogische Tage, Hospitationen und Qualitätsprogramme. Wichtig: Die Daten und Ergebnisse gehören ausschließlich der Lehrkraft, die den Check durchführt. Die Schulleitung oder andere Personen können niemals auf die individuellen Auswertungen zugreifen.
Neuigkeiten zum Thema Feedback unt guten Unterricht
Stell dir vor, du stehst als Kapitän auf dem Deck deines Schiffes. Das Meer ist ruhig, die Segel stehen gut, die Mannschaft arbeitet, der Kurs scheint zu stimmen. Du steuerst mit Erfahrung, Intuition und einem guten Gefühl für Wind und Wellen. Doch selbst der beste Kapitän schaut nicht nur einmal am Anfang der Reise auf den Kompass. Ohne regelmäßigen Kurscheck wäre jede Fahrt am Ende ein Glücksspiel.
Im Unterricht passiert etwas Erstaunliches: Wir Lehrkräfte geben ständig Rückmeldungen an die Lernenden, aber wir selbst holen uns diese Orientierung nur selten. Die Forschung zeigt ein Muster, das fast schon paradox ist: Während Feedback an Schülerinnen und Schüler praktisch ununterbrochen stattfindet (wenn auch nicht immer lernförderlich), holen weniger als ein Drittel der Lehrkräfte regelmäßig Schülerinnen- und Schülerfeedback ein. Die meisten tun es „selten oder nie“, wie Gärtner in einer großen Studie schon 2012 feststellte. Schüler*innen sind unsere einzigen "Kunden" und diese werden quasi nie zu unserer Dienstleistung befragt. In manchen Erhebungen liegt der Anteil derjenigen, die wirklich systematisch Schülerfeedback einholen, sogar bei etwa zwei Prozent.
Dabei zeigen gerade die neuesten wissenschaftlichen Befunde, wie groß der Gewinn wäre. Die neue Meta-Analyse von Sebastian Röhl und Kolleg*innen, die 2025 veröffentlicht wurde, hat Daten aus 23 Studien mit 314 Effektstärken ausgewertet. Und sie kommt zu einem klaren Ergebnis: Schülerfeedback wirkt.
Doch Röhl zeigt nicht nur, dass Schülerfeedback wirkt, sondern auch, warum es in der Praxis so selten genutzt wird. Lehrkräfte benötigen Unterstützung, um diese Daten überhaupt sinnvoll zu interpretieren. Das ist nicht mangelnde Professionalität, sondern menschlich. Feedback berührt immer auch das Selbstbild, gerade im Berufsfeld Unterricht, das so eng mit der eigenen Person verknüpft ist. Ein kritisches Item über Struktur, Tempo, Erklärungen oder Beziehungsgestaltung fühlt sich schnell wie ein Urteil über die eigene Persönlichkeit an. Dazu kommt die schiere Datenflut: Wer von 28 Schülerinnen und Schülern jeweils 20 Items einsammelt, hat danach 560 Datenpunkte, aber oft keine Idee, was davon nun Priorität haben sollte.
Genau hier zeigt die Meta-Analyse etwas sehr Wichtiges: Schülerfeedback entfaltet seine größte Wirkung, wenn Lehrkräfte beim Deuten der Rückmeldungen unterstützt werden und wenn sie die Ergebnisse anschließend mit den Schülerinnen und Schülern besprechen. Das eröffnet plötzlich einen ganz anderen Raum: Die Klasse versteht, warum die Rückmeldung wichtig ist. Die Lehrperson versteht, was gemeint ist und wo es konkrete Ansatzpunkte gibt. Missverständnisse werden ausgeräumt, Erwartungen geklärt, und Unterricht entwickelt sich nicht mehr „gegen“ die Lerngruppe, sondern gemeinsam mit ihr. Röhl beschreibt in seiner Forschung das sogenannte SFT-Modell: Informationen einholen, verstehen, akzeptieren, in Ziele übersetzen und schließlich in Verhalten überführen. Erst wenn all diese Schritte stattfinden, hat Feedback das Potenzial, Unterricht tatsächlich zu verbessern.
In der Realität scheitern viele Lehrkräfte aber bereits an den ersten beiden Schritten: dem Einholen und dem Verstehen. Genau deshalb wird Schülerfeedback im Alltag kaum genutzt. Nicht, weil es unwichtig wäre, sondern weil es organisatorisch, emotional und zeitlich schwer zu bewältigen ist.
Und genau hier setzt UnterrichtsCheck an. Die Hürde, sich Rückmeldung zu holen, wird sehr niedrig: Ein QR-Code oder ein Link, sechs kurze Items und eine offene Frage durch die Schüler*innen beantworten lassen und in weniger als drei Minuten ist der Check abgeschlossen. Was vorher ein Ordner voller Papier war, ist jetzt eine präzise Momentaufnahme der Klassensicht. Und statt in langen Zahlenkolonnen zu ertrinken, bekommen Lehrkräfte eine KI-gestützte Auswertung, die ihnen zeigt, was wirklich zählt: Wo liegen konkrete Stärken? Welche Muster tauchen in den offenen Antworten auf? Welche Stellschrauben könnten sofort Wirkung entfalten? Alles verständlich, ohne Statistikvokabular, ohne dass man sich den Kopf darüber zerbrechen muss, welche Information nun wie gewichtet werden muss.
Doch nach dem Feedback folgt das Gespräch. Unere KI ist speziell gepromtpet, um Feedback zur Unterrichtsqualität zu geben. Aber du musst auch das KI-Feedback kritisch hinterfragen und gegebenenfalls auch mal über die Ergebnisse mit Kolleg*innen sprechen. Röhls Metastudie zeigt zudem, dass Feedback dann am effektivsten ist, wenn Lehrkräfte es mit der Klasse besprechen und in gemeinsame Veränderungsschritte überführen. UnterrichtsCheck wird auch diesen Teil künftig noch stärker unterstützen – etwa durch Gesprächsimpulse, Fortbildungsmodulen und Hinweisen darauf, welche Aspekte sich besonders für eine gemeinsame Diskussion eignen. Damit Feedback nicht nur Daten liefert, sondern ein Gespräch eröffnet.
Wenn man all das zusammenführt, entsteht ein Bild, das erstaunlich beruhigt: Feedbackkultur verlangt keine großen Reformprojekte und keinen bürokratischen Kraftakt. Sie beginnt im Kleinen – dort, wo Lehrkräfteregelmäßig Feedback einholen, mit Unterstützung auswerten und mit ihren Klassen und mit Kolleg*innen ins Gespräch kommen.
So wird Schülerfeedback nicht zur Zusatzaufgabe, sondern zu dem, was es sein sollte: unserem Navigationssystem. Ein Kompass, der uns zeigt, ob wir noch auf Kurs sind.
Literatur
Gärtner, H. (2012): Wirksamkeit von Schülerfeedback als Instrument der Selbstevaluation von Unterricht. Die Deutsche Schule, 102(2), 163–175.
Röhl, S.; Bijlsma, H.; Schwichow, M. (2025): Can feedback from students to teachers improve different dimensions of teaching quality in primary and secondary education? A hierarchical meta-analysis. Educational Assessment, Evaluation and Accountability, 37, 35–71.
König, J.; McElvany, N.; Röhl, S. (Hrsg.) (2025): Feedback on Teaching in Schools. International Perspectives and Evidence-based Insights. Springer.
Wer unterrichtet, kennt solche Szenen: Eine Lerngruppe macht sich auf den Weg, eine neue Einheit beginnt, und offiziell starten alle gemeinsam am gleichen Punkt. Doch ein Blick auf die Lernenden genügt, um zu sehen, dass dieser gemeinsame Startpunkt eine pädagogische Fiktion ist. Im Titelbild dieses Blogs sieht man eine kleine Gruppe von Schüler*innen, die einen Lernweg entlanggehen. Obwohl alle das gleiche Ziel haben, starten sie nicht mit denselben Voraussetzungen. Manche tragen gut gefüllte Rucksäcke, andere leichteres Gepäck, und einige scheinen fast ohne Rucksack unterwegs zu sein. Wir Lehrkräfte sind trainiert darin, zu erkennen, wer prall gefüllte Rucksäcke hat und bei wem wenig bis gar nichts an Vorwissen im Rucksack ist. Aber normalerweise steht eben nicht außen auf den Rucksäcken, was fehlt und was schon im Rucksack ist.
Anstatt zu raten, müssen wir diagnostizieren. Durch einen einfachen Vorwissenscheck finden wir heraus, wer das „to be“ sicher beherrscht, wer den Wortschatz rund um Holidays als Grundlage für die Formulierungen nutzen kann, wer bereits korrekte going to-Sätze bilden kann und wer noch ganz am Anfang steht. Wer die Grundformen von to be nicht sicher konjugieren kann, wird beim will-future unweigerlich ins Straucheln geraten. Und wer eigentlich schon fast die ganze Zielstruktur beherrscht, fühlt sich ausgebremst, wenn er wieder mit der Gruppe langsam über das Nachholen von Vokabeln wandern muss.
Formative Assessment ist also nicht irgendeine Zusatzmaßnahme, sondern eine Art Lehrkraft-Superkraft: Wir sehen was wirklich im Rucksack steckt und was für die nächste Etappe des Lernwegs fehlt.
Formative Assessment ist wie ein Kompass im Lernprozess – es zeigt, wo man gerade steht, und hilft, den Weg zum Ziel anzupassen, bevor man sich verläuft. Im Kern bedeutet Formative Assessment, dass wir während des Lernens gezielt herausfinden, welches Vorwissen vorhanden ist, welche Schritte als Nächstes notwendig sind und wie wir den Unterricht so anpassen können, dass alle weiterkommen.
Dass Eingangschecks für viele Schüler*innen trotzdem etwas Bedrohliches haben, erlebe ich jedes Mal wieder. Sobald ich den Test austeile, hebt die erste Hand sich nervös: „Wird das benotet?“ Andere sehen mich an, als würde ich eine außerplanmäßige Klassenarbeit schreiben. Manche versuchen sogar abzugucken – was ungefähr so sinnvoll ist wie falsche GPS-Daten ins Navi einzutippen. Ich sage dann immer: „Wer hier schummelt, nimmt sich selbst die Chance herauszufinden, wo der Weg überhaupt beginnt.“ Die Irritation entsteht nur deshalb, weil viele es schlicht nicht gewohnt sind, dass ein Test wichtig ist, ohne bewertet zu werden. Unsere Schulkultur verbindet Tests seit Jahrzehnten mit Noten, nicht mit Orientierung.
Formative Assessment gehört international zu den wirksamsten Konzepten der Unterrichtsentwicklung. Black & Wiliam (1998) haben schon vor über 25 Jahren gezeigt, wie massiv Lernprozesse davon profitieren, wenn man Lernstände während des Lernens erhebt und nicht erst am Ende. Doch warum taucht Formative Assessment dann in deutschen Klassenzimmern so selten auf?
Die Gründe sind erstaunlich klar — und erstaunlich tief verwurzelt.
Erstens fehlt uns die Tradition. In Deutschland wurden Tests über Jahrzehnte hinweg primär als Selektionsinstrument genutzt. Diagnose ohne Note wirkt für viele wie ein Widerspruch in sich. Unsere Systeme sind darauf ausgelegt, Leistung zu messen, nicht Lernwege sichtbar zu machen.
Zweitens kam Formative Assessment sehr spät in die Lehrkräfteausbildung. Uwe Maier zeigt in seiner Analyse (2010), dass formative Assessment bis zum Jahr 2010 in der deutschsprachigen erziehungswissenschaftlichen Literatur praktisch nicht vorkommt. Es war ein Randthema, kein zentrales Element guten Unterrichts. Lehrkräfte, die nie gesehen haben, wie man Lernstandsdaten sinnvoll erhebt und nutzt, wenden es später auch nicht an.
Und drittens wird gern das Zeitargument angeführt: „Wann soll ich das denn noch machen?“ Doch dieses Argument hält nicht stand. Formative Assessment ist keine zusätzliche Methode, die zusätzlich in den Unterricht integriert werden müsste. Es ist eine Haltung, wie ich Lernen und Lehren verstehe. Ich schaue genau hin, wo meine Schüler*innen stehen und was sie benötigen, um ihr Ziel zu erreichen.
In meiner Schule habe ich ein Lernnetz entwickelt, das Eingangschecks, Lernpfade und Abschlusschecks miteinander verbindet. Die Eingangschecks mittels KI Bots zeigen, wo jede*r steht. Als Ergebnis des Eingangschecks werden sogleich Links mit passenden Erklärvideos und Übungen gelliefert. In sogenannten SegeL-Stunden (SegeL = selbstgesteuertes Lernen) können sie Schüler*innen die Inhalte nachholen oder schon anspruchsvollere Aufgaben lösen. Ein Abschlusscheck gibt Klarheit darüber, ob jede*r das Lernziel wirklich erreicht hat. In den anderen Stunden unterrichte ich im Plenum, ohne die Notwendigkeit viel Vorwissen zu wiederholen.
Wenn man Formative Assessment so versteht, wird es nicht nur zum Navigationssystem des Lernens, sondern auch zu einer echten Entlastung für die Lehre. Die große Heterogenität verliert ihren Schrecken, weil Lernende notwendiges Vorwissen rechtzeitig nachholen, Lernwege transparent werden und wir unseren Unterricht gezielt anpassen können.
Literatur
Black, Paul & Wiliam, Dylan (1998): Assessment and Classroom Learning. In: Assessment in Education: Principles, Policy & Practice, 5(1), 7–74.
Hattie, John & Timperley, Helen (2007): The Power of Feedback. In: Review of Educational Research, 77(1), 81–112.
Kluger, Avraham N. & DeNisi, Angelo (1996): The Effects of Feedback Interventions on Performance. In: Psychological Bulletin, 119(2), 254–284.
Maier, Uwe (2010): Formative Assessment – Ein erfolgversprechendes Konzept zur Reform von Unterricht und Leistungsmessung? Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 13(2), 293–308.
Stell dir den Lernprozess als eine Reise auf einem oft verwinkelten und komplexen Pfad vor. Während einige Abschnitte der Reise leicht zu bewältigen sind, gibt es unvermeidlich Hindernisse, Umwege und Kreuzungen. Ohne richtige Orientierung könnte man leicht vom Weg abkommen oder sich sogar verlaufen. Im Bildungsbereich dient Feedback als Kompass – ein Mechanismus, der Lernenden hilft, ihren Standort zu bestimmen und klare Anweisungen für den nächsten Schritt zu erhalten. Feedback informiert sie darüber, wo sie stehen und wie sie ihr Ziel erreichen können. Allgemein ist Feedback die zielgerichtete Rückmeldung, die von einer externen Quelle stammt und Informationen über die Qualität oder Wirksamkeit einer Leistung oder eines Verhaltens. Es ermöglicht eine reflektierte Bewertung des aktuellen Zustands und dient als Orientierungshilfe für zukünftige Verbesserungen. Indem es den Ist-Zustand mit den gewünschten Zielen verbindet, fördert Feedback kontinuierliches Wachstum und Anpassung in vielfältigen Bereichen – sei es im beruflichen, persönlichen oder sozialen Kontext.
Kluger & DeNisi haben 1996 eine der berühmtesten Meta-Analysen zu Feedback veröffentlicht. Sie haben 131 Studien mit über 12.000 Personen ausgewertet und gefragt: Verbessert Feedback die Leistung insgesamt? Ergebnis: Im Durchschnitt ja – mit einer mittleren Effektstärke von ungefähr 0,4 Standardabweichungen.
Aber:
Die zentrale Frage ist deshalb nicht:
„Gebe ich genug Feedback?“
sondern:
„Wohin lenkt mein Feedback die Aufmerksamkeit der Lernenden? Auf die Aufgabe? Den Lernweg? Oder auf die Person?“
Kluger & DeNisi erklären mit ihrer Feedback Intervention Theory, warum bestimmte Arten von Rückmeldung so gefährlich sind. Feedback kann unsere Aufmerksamkeit auf drei Ebenen lenken:
Je höher die Ebene (also je näher an „Was sagt das über mich als Mensch?“), desto größer die Gefahr, dass Emotionen übernehmen und kognitive Ressourcen flöten gehen.
Deshalb:
…sind aus Forschungssicht eher Kandidaten für die Mottenkiste als für den Methodenkoffer.
Sie lenken den Fokus weg von der Frage „Was genau kann ich beim nächsten Mal anders machen?“ hin zu „Wie wirke ich?“ – und genau dann steigen die Chancen für Vermeidung, Abwehr und „Ich kann das eh nicht“.
Hattie & Timperley unterscheiden vier Ebenen von Feedback, die sich schön in die Weg-Metapher übersetzen lassen.
Die Forschungslage ist ziemlich eindeutig:
Oder in Wander-Sprache:
Hilfreich ist alles, was sagt: „Schau mal, der nächste Trittstein liegt dort.“
Weniger hilfreich ist: „Du bist ein Naturtalent.“ oder „Du bist halt tollpatschig.“ – davon wird der Weg nicht breiter.
Fassen wir einmal zusammen, was sich aus den großen Studien von Kluger & DeNisi, Hattie & Timperley, und weiterer Forschung zu Schülerfeedback ableiten lässt:
1. Fokus auf Aufgabe, Prozess und Selbstregulation
2. Klarheit über das Ziel und die Kriterien
Feedback ohne Ziel ist wie ein Wegweiser ohne Ortsnamen.
Lernende brauchen:
3. Rechtzeitig und in Schleifen
Studien zeigen: Wiederholtes Feedback mit mehreren Rückmeldeschleifen ist wirksamer als ein einziges großes Feedback am Ende.
Das heißt:
4. Daten statt Bauchgefühl – andere Perspektiven nutzen
Erhebe Daten, wo die Schülerinnen und Schüler wirklich auf ihrem Lernweg stehen, so kannst du wirklich lernförderliches Feedback geben. Mehr dazu erfährst du im Blogartikel zum Thema "Formative assesment.
Wenn du Feedback so nutzt, wird aus dem manchmal chaotischen Lernweg der Schüler*innen, ein Lernweg mit erkennbaren Etappen, Aussichtspunkten und gut markierten Abzweigungen. Schüler*innen, die das Ziel trotzdem nicht erreichen, lassen sich nicht ganz verhindern – aber es werden garantiert weniger.
Interessant ist übrigens, dass wir Lehrkräfte ständig Feedback geben, aber nur selten welches einholen:
In einer großen Studie zur Lehrerkooperation in Deutschland geben deutlich weniger als ein Drittel der Lehrkräfte an, regelmäßig Schülerfeedback zum eigenen Unterricht einzuholen oder bei Kolleg*innen zu hospitieren – die meisten tun das maximal selten oder nie.
Und weil Feedback laut Forschung am wirksamsten ist, wenn es regelmäßig, strukturiert und sachlich erfolgt, bietet UnterrichtsCheck genau diese Form: schnelle Umsetzung, klare Items, offene Rückmeldungen, vollständige Anonymität und eine Auswertung, die sich auf die Qualität des Unterrichts konzentriert – nicht auf deine Person.
Quellen
UnterrichtsCheck wurde von einem kleinen Team aus Lehrkräften und Entwicklern gegründet, damit bei der Betrachtung von Unterricht Schülerinnen und Schüler eine Stimme bekommen, schließlich geht es im Unterricht vor allem um sie. Das zugrunde liegende Konzept stammt von Jan Krug, der aus seiner Arbeit in Schulleitung und Fortbildung weiß: Regelmäßiges Feedback kann Lehren und Lernen nachhaltig verbessern.